| Ledergerber sticht in Eiterbeule |
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In der gestrigen Nummer des Tagesanzeigers vom 27.5.2010 finden wir einen Artikel über Erklärungen des ehemaligen Zürcher Stadtpräsidenten und Direktor des "Zürich Tourismus" Elmar Ledergerber, bezüglich Israel und ihrer Aufnahme in die OECD. Dabei kritisierte er scharf die Israelische Regierung und ihre Politik gegenüber den Palästinensern und betrachtete ihre Aufnahme in die OECD als nicht gerechtfertigt. Zudem rief er zum Boycott von israelischen Waren, was eine Welle der Entrüstung unter einigen jüdischen Organisationen in der Schweiz auslöste. Auf der anderen Seite reagierten zahlreiche Leser mit Kommentaren zum Artikel. Der herrschende Ton der Schreiber war ein "BRAVO" für Ledergerber für seinen Mut. Endlich habe sich ein Schweizer in verantwortlicher Position zu einer kritischen Stellungnahme gegenüber Israel ohne Schnörkel und wenn und aber gefunden. Man wünsche sich mehr Politiker diesen Mutes. Man habe es satt jede Kritik an Israel mit Antisemitismus gleich zu setzen und mit dieser Keule die Leute zum Schweigen zu bringen. Ferner erklärten viele Leser , sie boykottieren israelische Waren schon seit Jahren, wegen ihrer Politik in den besetzten Gebieten und die Blockade von Gaza. Israel verhindere systematisch die Friedensbemühungen und betreibe ebenso systematisch eine "Gettoisierung" der Palästinenser. Andere Minderheit der Leser kritisierten Ledergerber, er solle nicht die einzige Demokratie im Nahen Osten kritisieren sondern Iran, Nordkorea und Ungarn! Er füge dem Zürich Tourismus Schaden, in dem die israelischen Touristen ausbleiben würden. Von der Stimme der überwältigenden Zahl der Zustimmenden bekommt man jedoch den Eindruck, Ledergerber habe in eine Eiterbeule gestochen und viele haben bloss darauf gewartet, Ihrem Unmut über die israelische Politik Ausdruck zu geben. Sicherlich wird Ledergerber in den kommenden Tagen viel Druck und antisemitischen Vorwürfen ausstehen müssen, jedoch hat er bereits in erster Reaktion auf seine Kritiker erklärt, er nehme seine Aussagen nicht zurück. Das ist bemerkenswert und es wird interessant zu sehen, wie die jüdischen Organisationen darauf reagieren. Vermutlich werden sie die Angelegenheit so schnell wie möglich vergessen machen wollen, um nicht mehr Schaden anzurichten, in dem sie sich mit einem populären Politiker anlegen. So oder so, der Schuss ist schon draussen. Dies bezeugen die Leserbriefe. Dr.J.Hayek |




